Suzie's pferdiger Lebenslauf
 
Als ich etwa 8 Jahre alt war hatte ich meine erste Begegnung mit Reitern. Damals dachte ich noch reiten sei nur etwas für reiche Leute und alle Reiter seien entsetzlich eingebildet. Aber ich kannte Reiter ja nur aus dem Fernsehen, wo sie immer in diesen furchtbar teuren riesigen Reitanlagen rumlaufen und alle ständig nagelneue sündteure Reitklamotten tragen...
 
Eines Tages ritten jedenfalls ein paar Leute direkt an unserem Haus vorbei - was ziemlich ungewöhnlich war, da wir mitten in der Stadtmitte wohnten, nur 50 Meter von der Fußgängerzone entfernt!
Unter den Reitern befand sich auch ein kleines Mädchen - ungefähr im gleichen Alter wie ich ;-)
 
Dieses Mädchen sah sehr nett aus, gar nicht eingebildet oder protzig.
Sie fragte mich jedenfalls ob ich mal auf ihrem Pferd sitzen wolle, aber ich habe mich so erschreckt - und ausserdem war das Pferd schrecklich groß - das ich sofort "nein nein" gesagt habe.
Aber bevor ich es mir anders überlegen konnte sind sie weitergeritten.

 
Ein halbes Jahr später sind wir umgezogen nach Wattenscheid. Hier lernte ich dann Marion und Conny kennen. Mit diesen beiden habe ich das Reiten angefangen.
Eines Tages kamen Conny und ich auf die Idee uns mal umzusehen, ob es nicht einen Reitverein in der Nähe gibt.
Und tatsächlich hatten wir Glück - eine Frau sagte "Ich kenne da einen Mann mit ein paar Pferden"
So kamen wir zu unserem ersten Reitstall...
 
Die Besitzer waren Rudolf von zur Gathen und Martin Mächtel. Sie sind mit den Pferden immer zu öffentlichen Festen gegangen (Ponyreiten), oder haben für Veranstaltungen Kutschen / Pferde gestellt. (Zbsp. Hochzeiten, Fasching, Gänsereiter usw.)
Von da an sind wir sehr oft bei den Pferden gewesen. Schon nach kurzer Zeit bekamen wir dann unsere ersten Pflegepferde. Ich bekam Windy
 
Windy aus Wattenscheid
Windy


nach dem Motto: Das kleinste Pferd für den kleinsten Reiter :-)
 
Conny hat Funny gepflegt und Marion hat Felix ergattert..
Conny ist leider ein Jahr später weggezogen, aber Marion und ich sind von Sommer 1983 bis Ende 1985 beim "Rudolf" geblieben.
Unsere ersten Reitversuche starteten wir auf der Koppel. Später sind wir immer zu den Festen geritten und haben dann während der Feste geholfen (Pferde führen beim Ponyreiten, Kutsch-Rundfahrten ..).
An "freien" Tagen kamen die Pferde auf die Weide oder wir sind auf der Koppel geritten oder manchmal haben wir Ausritte auf das alte Zechengelände gemacht.

Martin und Rudolf hatten einige Bekannte die ebenfalls Pferde hatten. Da war zum Beispiel Willy mit seiner Connemara-Stute, die beiden sind ständig mit der Kutsche durch die Gegend gefahren.
Oder Egon mit seiner Susi. Susi ist ein schwarzes Shetlandpony. Da Egon die Susi aber nicht reiten konnte (zu schwer) sind Marion und ich dann oft zu den beiden gefahren und haben Susi geritten.
 
Susi aus Gelsenkirchen
Susi
 
Es gab noch einige mehr, aber leider kann ich mich an die Namen nicht mehr erinnern. Es gab da noch einen Mann, der hatte ein Großpferd namens Aggi und ebenfalls eine Shettystute, die lustigerweise auch schwarz war und auch Susi hieß ;-)
Gegen Ende 1985 haben Marion und ich dann angefangen Heidi - eine Schwarzwälder Fuchs - Stute zu pflegen. Leider habe ich von Heidi kein Foto :-(

 
1986 war ich mit meinen Eltern in Bayern im Urlaub. Auf dem Nachbarhof gab es ein paar Pferde und der Bauer hat diese auch "verliehen".
Ich habe mir dort zweimal ein Pferd ausgeliehen, um über die Felder zu reiten. Das war sehr schön.
 

 
Im Jahr 1987 hat Martin Mächtel mit ein paar Freunden den Reiterhof am Kruppwald aufgebaut. Er hat uns (Conny, Marion und mich) quasi dorthin "mitgenommen".
Am Anfang hatte ich Lotte in Pflege, aber sie wurde dann leider verkauft.
Wir sind dann aber trotzdem an diesem Reithof geblieben und haben angefangen Reitunterricht zu nehmen.

 
Im Sommer 1987 waren wir in Österreich auf einem Bauernhof, wo es auch Pferde gab. Diese durften von den Gästen kostenlos geritten werden.
Natürlich habe ich das ausprobiert. Ich bin zuerst auf Flicka geritten, aber es war nicht sehr erfolgreich. Sie ist mit aller Gewalt zurückgelaufen in den Stall und ich habe mir dabei das Knie aufgeschrammt.
 
Ich habe dann versucht Betty zu reiten, was auch recht gut geklappt hat. Wir sind ein Stück den Weg entlang, ein bißchen über die Felder - solange bis der Zügel gerissen ist und Betty im Galopp über die Felder schoß :-(
Erst zwei Tage später  habe ich einen neuen Versuch gestartet - diesmal auf Sternchen und das war dann endlich erfolgreich!
 
Auf dem Bild siehst du Sternchen (Apfelschimmel), Flicka (Haflinger), Heidi und meinen kleinen Bruder Michael.

 
Irgendwann ergab es sich dann, daß Albert (eins von den Schulpferden am Kruppwald) keinen Pfleger mehr hatte - und diese Chance ließ ich mir nicht entgehen. Ich hatte dann von Ende 1987 bis Frühjahr 1998 Albert als Pflegepferd.
 
Albert aus Wattenscheid
Albert
 
Diese Zeit war eine der schönsten. Marion hat auch ein Schulpferd in Pflege, Cherry einen kleinen weißen Wallach. Da der Reitverein noch in den Kinderschuhen steckte wurden die Schulpferde fast ausschließlich von ihren Pflegern geritten. Es war als hätten wir eigene Pferde. Wir sind jeden Tag am Stall gewesen und haben überall mitgemacht und mitgeholfen (ausmisten, Pferde auf die Weide bringen, Pferde reinholen, putzen ..). Mit "unseren" Pferden durften wir alles machen - spazierengehen, ausreiten , auf dem Platz reiten, scheuchen, laufenlassen, longieren, grasen lassen.
 
Zu Anfang gab es eine Unterrichtsstunde in der Woche - meistens sind dann Marion und ich mitgeritten, also hatten wir unsere Pferde immer noch für uns allein ;-)
Am Ende waren es dann 3 - 4 Stunden in der Woche, in denen unsere Pflegepferde auch von anderen geritten wurden.
 
Leider sind wir dann im Frühjahr 1989 umgezogen und ich mußte Albert deswegen abgeben.

 
Im neuen Wohnort war dann kein Stall mit dem Fahrrad erreichbar und ich habe deshalb ganz aufgehört zu reiten.

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