New Zealand November 1997  
Das schönste Ende der Welt
Zur Homepage
mit Frames
 

zurück (Invercargill - Awaroa)
   Awaroa - Frankfurt   28 November - 3 Dezember
 
28.11 Awaroa - Puponga
So bin ich dann also am Morgen zum Awaroa Hut gelaufen und von dort per Boot über das Inlet gefahren worden, um meine Wanderung fortsetzen zu können. Der Rest des Weges ging dann weite Strecken über Strände, abgewechselt durch Abschnitte im Regenwald bis Totaranui. Dort hab ich dann auch mal den Badeanzug angezogen, um endlich in diesem wundervollen Wasser zu baden - aber viel weiter als bis zu den Knien bin ich nicht gekommen, es war eisig kalt. <brr> Naja, ich hab mich dann einfach nur eine Weile an diesen schönen goldenen Strand gelegt und meine restlichen Vorräte verdrückt. Von Totaranui aus fuhr ich mit dem Bus nach Takaka, wo ich 4 Stunden Aufenthalt hatte. Da dieser kleine Ort mich doch nicht so lange beschäftigt hat bin ich durch die Geschäfte gebummelt, habe eine Email nach Hause geschickt und in der Bücherei Asterix gelesen. Kurz bevor um 18 Uhr der Bus nach Collingwood startete hab ich mich noch mit der Tochter des Busunternehmer angefreundet, die mich dann gar nicht mehr gehen lassen wollte ;-). In Collingwood wurde ich von Cape Farewell Horsetreks abgeholt und nach Puponga gebracht. Leider regnete es dort am Abend, so das ich von der Landschaft nicht viel gesehen habe. Diese Nacht verbrachte ich dann wirklich am Ende der Welt: im Backpacker auf der Farm mitten im Busch, in einer Hütte ohne Strom. (sieht aus wie ein Baumhaus, steht aber "nur" auf einem kleinen Hügel) Sehr liebevoll eingerichtet mit allem was
das Herz begehrt, halt Gasbetrieben: Lampen, Herd, Kühlschrank, Heißwasserbereiter zum Duschen.. Richtig idyllisch :-)
 
Onetahuti Beach
 
Backpacker

29.11 Puponga - Westhaven/Whanganui Inlet
Die nächsten 3 Tage sind für die Reittour vorgesehen. Am ersten Tag war der Himmel strahlend blau und nicht ein Wölkchen zu sehen. Prima für den Beginn unserer 3-Tages-Tour! Mein Guide ist Gail, die Frau des Farmbesitzers, wir beide reiten nur zu zweit. Ich habe das Pferd Khan - ein hübscher Kerl und Gail reitet Pete. Am Anfang mit Ausblicken über Farewell Spit führte unser Weg nach Süden, die Westküste runter, entlang des
beeindruckenden Westhaven/Whanganui Inlets. Windig ist es dort oben, am Nordzipfel der Südinsel - geradezu stürmisch und das unentwegt. Ein Teil des Weges führt auch durch das Inlet, welches am Anfang sehr sumpfig ist - was Khan überhaupt nicht gut gefiel. So versuchte er so lange wie möglich auf den Felsen zu bleiben. Leider war diese Idee nicht soo gut, denn an Runterspringen war nicht zu denken...
Also mußte ich ihn irgendwie überzeugen doch umzukehren und durch den Matsch zu stiefeln. Zum Glück war nur ein winziger Teil so matschig, im Inneren war es wie ein fester Sandstrand. Ideal für einen kleinen Galopp ;-)

Angestachelt durch den Wind fegen wir dahin - nur fliegen ist schöner. Ich dachte echt mich bläst es gleich vom Pferd. Wahnsinn. Gail meinte wir seien bestimmt 7-8km galoppiert, kam mir in dem riesigen Inlet nur wie winziges Stück vor. Die ganzen Zeit den stürmenden Winden hilflos ausgeliefert, lag unsere Unterkunft am Ufer des Inlets in einem magisch wirkenden windstillen hügeligem Wiesen & Waldstück, während man aber immer noch die Winde im Inlet, welches ja auch nur wenige Meter entfernt ist, pfeifen hört. Das über hundert Jahre alte Haus wird nun die nächsten 2 Nächte unser Zuhause. Kein Strom, die Toilette ein altes Plumsklo draußen auf der Wiese, eine sehr gemütliche Atmosphäre umgibt dieses Haus. Als hätten wir eine
Zeitreise gemacht fühlt man sich hier in längst vergangene Zeiten zurückversetzt - ideal zum Entspannen und um alle Alltagssorgen hinter sich zu lassen. Am Abend wollte Gail unbedingt Fischen gehen, also haben wir uns die Angeln geschnappt und sind aufs Inlet (Ebbe!) hinausgestapft. Der Wind hat an unseren Ruten gezerrt wie verrückt, aber wir haben uns nicht abhalten lassen und sind bis zum Channel (ein tiefer Fluß, in dem sich bei Ebbe die Fische "versammeln") vorgedrungen. Leider haben wir nix gefangen. Völlig durchnäßt waren wir danach heilfroh am offenen Kaminfeuer zu sitzen und die Abendmahlzeit zu kochen. Mjam. Chili & Nachos, dazu Avocado-Dip und Sour-Cream ..

 
Near Cape Farewell
 
 
Khan

30.11 Westhaven/Whanganui Inlet
Am nächsten Morgen als ich aufgewacht bin schien mir die Sonne ins Gesicht, die Vögel lachten und sogar der Wind hatte aufgehört zu blasen. Ein herrlicher Morgen. Völlig ohne Hektik blieb ich noch eine Weile liegen, ging dann auf einen Spaziergang zum Ufer des Inlets - auch dort kein Wind(!) und danach gab's Frühstück. Toast über dem Gaskocher gegrillt .. Nach dem Frühstück war plötzlich der Himmel grau, voller Wolken und es fing an zu schütten. Da reiten im Regen nicht allzuviel Spaß macht, besonders wenn man erstmal die nassen Pferde einfangen muß und satteln usw. (wenn es mittendrin anfängt ist es nicht ganz so schlimm, aber im Regen losreiten - bäh) haben wir beschlossen einfach zu warten bis es aufhört und dann eben nachmittags/abends zu reiten statt morgens. Wir haben mal nach Pete und Khan gesucht (das Grundstück war ziemlich groß), aber sie haben deutlich gezeigt, daß sie bei dem Wetter nicht los wollen. Am Nachmittag sind wir dann trotz Regen wieder zum Fischen gegangen und einmal hatte ich sogar einen großen Snapper (Gails Vermutung) am Haken, aber er war zu kräftig und hat die Angelschnur durchgerissen. Leider wollte der Regen den ganzen Tag nicht aufhören und hat sich auch am Abend nicht erbarmt :-(((. Diesen Abend gab es Steak mit jeder Menge Salat und Gemüse und Folienkartoffeln.
 

  
Westhaven Inlet
 
01.12 Westhaven/Whanganui Inlet - Puponga
Am nächsten Tag mußten wir wieder zurück. Da war das Wetter aber zum Glück wieder schön. Merkwürdig... Erst wunderbares Wetter, kein Wölkchen, dann ein Tag Dauerregen und am nächsten Tag wieder kein Wölkchen? Auf dem Rückweg hab ich ganz tolle riesige Muscheln gefunden (wie das Shell-Logo) und einen winzigen Seestern, die hab ich auch mit nach Hause genommen. Diesmal ging es ein Stück lang über einen stark zugewucherten Weg, teilweise mußte man aufpassen von den Büschen nicht vom Pferd gefegt zu werden. Hoch oben haben wir dann unsere Mittagsrast gemacht - von dort konnte man schon wieder Farewell Spit sehen. Kurz vorm Ziel haben wir eine Abkürzung durch die Bucht genommen und sind durch das knietiefe
Wasser galoppiert. Khan hat das sichtlich Spaß gemacht und er hat rumgeplantscht und mich so richtig schön naß gemacht an den Beinen. Weil wir einen Tag nicht geritten sind hat Gail mich dann noch mit Bob (Helferin auf der Farm) auf einen zwei Stunden Ausritt geschickt am Nachmittag. Ziel war Wharariki Beach - einfach unglaublich. Dieser Strand ist wirklich erstaunlich. Amazing - wonderful - great! Am Anfang ritten wir über hochgelegene grüne Hügel, weit oberhalb des Ufers und erhaschten einen ersten Blick auf unser Ziel. Am Ende der hügeligen Weiden beginnt der Strand mit riesigen weißen Sanddünen. Viele Felsen, viele Höhlen & Durchgänge, viel weißer Sand, keine Leute, ein einsamer Seelöwe und jede Menge Platz .. Aber sehr stürmisch war ist es dort, obwohl Bob (die Reitführerin) ja behauptete es wäre fantastisch still ? Zum schwimmen ist dieser unglaubliche Strand zwar völlig ungeeignet, aber sowas von herrlich - einfach unglaublich. Ich war ganz hin und weg. Leider war mein Film voll, so daß ich dort nur ein Bild machen konnte..:-((( *buhuhuhu* *schluchz heul* Diese Nacht verbrachte ich dann wieder in dem idyllisch gelegenem Backpacker auf der Farm.
 
 
Wharariki Beach

02.12 Puponga - Frankfurt
Am nächsten Tag war dann leider schon die Zeit der Heimreise angebrochen und so saß ich kurz nach sieben schon im Bus nach Nelson, in den in Takaka lustigerweise auch die 3 Japanerinnen wieder eingestiegen sind! Sie sind den Abel Tasman Track ganz gelaufen und haben mir auf der Fahrt erzählt wie es war. Um kurz nach 10 hab ich im Beachhostel meine abgestellte Tasche eingesammelt und um 12 war ich schon im Flieger nach Wellington. Während des Fluges konnte ich die Marlborough Sounds noch einmal schön von oben sehen. Von Wellington aus bin ich um eins nach Auckland geflogen, wo ich dann ziemlich viel Zeit hatte, bis abends um acht der Flug nach Los Angeles ging. Leider hatte ich nur noch knapp 3 NZ$, so habe ich eine Kleinigkeit gegessen und quasi keine Restwährung mehr mit nach Hause genommen (10 Cent). In LA hatte ich dann noch einmal den halben Dienstag, weil wir nach 11 Stunden Flug um 11 Uhr Morgens am gleichen Tag dort gelandet sind! Der Lufthansa - Flug nach Frankfurt ging 4 Stunden später, leider nicht genug Zeit, um in die Stadtmitte zu fahren, außerdem war es auch so anstrengend genug, denn mich erwarteten weitere 10 Stunden 40 Minuten Flug.

03.12 Frankfurt
Gegen 10 Uhr 40 bin ich am Mittwoch mittag wieder in Frankfurt gelandet und mit dem Bus nach Hause gefahren. Besonders schön fand ich dann noch, daß ich trotz genau 12h Zeitverschiebung keine Probleme mit der Umstellung hatte. Ich bin abends gegen acht ins Bett gegangen und morgens um 8 bin ich aufgewacht - fertig. *prima* Hätte ich gewußt, daß ich die 4 Tage "Umgewöhnungszeit" gar nicht brauche, dann wär ich noch 2 Tage länger in NZ geblieben :-))