Tata
Ungarns älteste Barockstadt / Hungarys oldest barock town

Im August 1999 war ich für ein paar Tage in Tata ca. 80km westlich von Budapest.
Am frühen Nachmittag bin ich nach einer ca. einstündigen Zugfahrt in Tata angekommen. Dort wurde ich von Hannes einem der beiden Besitzer der Reitpension Maestoso vom Bahnhof abgeholt. Zuerst habe ich mein wunderschönes Zimmer bezogen und mir dann die Pension und die Pferde angeschaut. Dabei habe ich auch gleich einen Ausritt für den Abend festgemacht.

Pension Maestoso
vor der Pension

Bis zum Ausritt war noch ein bißchen Zeit, also habe ich mir an der Bar etwas zu trinken geholt und ein bißchen auf der Terrasse entspannt.

Gegen halb sechs war es dann soweit - Ausritt zu den nahegelegenen Seen. Mein Pferd heisst Ragyogo und ist ein Apfelschimmel. Er ist sehr schön zu reiten und ich habe viel Zeit mir die Gegend anzuschauen. Herrlich. Viele schmale Pfade führen mitten durch Seen und Fischteiche. Dabei bekommt man auch einige Tiere wie Gänse und Enten zu sehen. Der Ausritt macht dem Reitlehrer wohl genauso viel Spaß wie mir, jedenfalls planen wir für den nächsten Tag einen zweieinhalbstündigen Ausritt zu einem Berg mit toller Aussicht.

Nach dem Ausritt bin ich noch mit Hannes in die Stadtmitte gefahren. Zuerst habe ich allein ein wenig den Ort erkundet. Mitten im Ort liegt ein großer sehr schöner See - der alte See. Am Ufer des Sees gelegen ist auch ein Schloß, welches zu meinem ersten Ziel wurde.

Old Lake
Alter See
Am Schloß angekommen war ich begeistert! Denn es ist nur von der einen Seite intakt - auf der anderen Seite sind mehr Ruinen in denen man nach herzenslust rumspazieren kann. Dazu noch ein schöner Schloßpark und eine vollständige Stadtmauer. Castle ruins
Das Schloß am See

Auf dem Weg in die Altstadt entdecke ich die Schilder zum Aussichtsturm (warum die wohl auf Deutsch waren?) - und schon habe ich ein neues Ziel. Auf zum Aussichtsturm. Nach einem ziemlich langen Spaziergang, währendem ich schon ein paar Mal an umdrehen dachte, erreichte ich - NEIN, nicht den Aussichtsturm - den St. Ivans Berg. Ein wunderschöner Hügel mit unglaublicher Atmosphäre. Ich kam mir vor als hätte ich eine Zeitreise gemacht. Oben bei der kleinen Kapelle habe ich mich eine Weile ins Gras gesetzt und den Sonnenuntergang genossen. Entspannung pur!

old town
Häuser in der Altstadt
St. Ivans
Der St. Ivans Hügel
small chapel
die Kapelle
view over Tata
Die Aussicht

Von dort habe ich dann auch den Aussichtsturm gefunden, selbstverständlich war er geschlossen ..

Auf dem Rückweg bin ich durch den alten Ortskern gelaufen, unter anderem an einer sehr alten Barockkirche vorbei und wieder durch das Schloß, am See entlang ..
Am Parkplatz habe ich Hannes wieder getroffen und wir sind in ein neues Pub gegangen, das innen aufgemacht ist wie ein Schiff. Es ist super! Man sitzt quasi an Deck des Schiffes, die Tür zur Toilette beispielsweise ist die Tür zur Kapitänskajüte.

Am nächsten Morgen habe ich erst mal ausgeschlafen und bin erst um halb zehn zum Frühstück gegangen. Leider war es zu windig zum Tennisspielen oder zum schwimmen im Pool, also habe ich in der Hollywoodschaukel gesessen und gelesen.

Ungefähr um halb zwöf sind wir dann losgeritten. Ich hatte wieder Ragyogo und wieder waren nur der Reitlehrer und ich unterwegs. Das gibt natürlich Freiheit für Trab und Galoppstrecken :-))
Wir reiten am Anfang wieder über einige Felder, aber bald ändert sich die Landschaft und wir sind fast ständig im Wald. Es ist sehr angenehm, weil es im Wald nicht so heiss ist, nur die vielen Mücken sind ein wenig lästig.

Scheinbar hat ein Sturm einen Baum umgehauen, jedenfalls liegt fast am Ziel ein Baum quer im Weg und wir müssen umkehren und einen anderen Weg suchen. Glücklicherweise kommen wir an ein paar Arbeitern vorbei, die gerade Felder abbrennen und die uns sagen konnten, welcher Weg auf den gewünschten Berg führt.

Schon kurz später sind wir am Ziel und es ist einfach umwerfend. Rundum Aussicht auf schöne Landschaft. Vor uns die Donau, in der anderen Richtung ist Tata zu erkennen und die Seen an denen wir gestern geritten sind. Auch Ragyogo ist sichtlich angetan und kann sich von dem Anblick kaum lösen. Der Aufenthalt ist natürlich viel zu kurz und schon sind wir auf dem Rückweg.

Outride
Ragyogo geniesst die Aussicht
view to duna
auf die Donau

Der Rückweg ist zu meiner Überraschung nicht der gleiche wie der Rückweg sondern ein anderer. Es geht weniger durch den Wald. Eine Sandbahn zieht sich in Schlangenlinien die Hügel hinunter (sieht aus wie eine Rennbahn), dieser folgen wir bis ins Tal.
Schon bald sind wir wieder auf den Feldern in Hofnähe und ein weiterer wunderbarer Ausritt ist zuende.

a farm
ein Bauernhof
Am Nachmittag habe ich nochmal in der Hollywoodschaukel gelesen, einen Spaziergang über die Felder gemacht und meine Füße im Pool baumeln lassen.

Leider mußte ich am Abend schon wieder abreisen und Hannes hat mich zum Bahnhof gebracht.